Aktualitäten im Gesundheitsbereich

Am Oberrhein und in der EU

02.02.2018 13:51 Alter: 311 days

Rückblick auf die TRISAN-Veranstaltung „Protonentherapie“


Am 19. Januar hat im Centre Paul Strauss in Straßburg die vom INTERREG-Projekt TRISAN und dem Cancéropôle Est organisierte grenzüberschreitende Konferenz „Protonentherapie: Entwicklung eines trinationalen Wissenschaftsnetzwerks am Oberrhein“ stattgefunden. Im Zentrum der Veranstaltung stand der Austausch über den Aufbau eines grenzüberschreitenden Protonentherapiezentrums.

Aus den Erfahrungen von anderen Protonentherapiezentren lernen

Begonnen hat die Konferenz mit einem Einführungsvortrag von Professor Noël (Centre Paul Strauss in Straßburg), der wissenschaftliche, finanzielle und regionale Argumente präsentiert, die für ein gemeinsames Protonentherapiezentrum am Oberrhein sprechen. Dabei unterstrich er, dass die Potenziale der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Radiotherapie sowie speziell im Bereich der Protonentherapie zahlreich sind. In zwei weiteren Impulsvorträgen haben Frau Professor Grosu aus Freiburg und Frau Professor Combs aus München anschließend die klinische Relevanz der Protonen anhand von klinischen Beispielen und anderen Forschungsergebnissen herausgearbeitet. Es hat sich dabei herausgestellt, dass es schwierig ist, über Indikationen objektiv zu entscheiden. Auch wenn einige therapeutische Indikationen gut etabliert sind, sind andere schwieriger zu präzisieren. Unbestreitbar sind die Vorteile dieser Behandlungsart geworden. So waren sich alle Teilnehmer einig, dass ein Netzwerk zwischen Gesundheitsdienstleistern unterstützt werden sollte und aus der Zusammenarbeit solide und zuverlässige Daten generiert werden könnten. Die Professoren Hannoun-Lévy aus Nizza sowie Bourhis aus Lausanne haben nachfolgend die Entwicklung von Protonentherapiezentren geschildert. Dabei haben sie betont, dass es von großer Bedeutung ist, bei der Projektentwicklung die Erfahrungen von bereits bestehenden Protonentherapiezentren zu berücksichtigen sowie die Anlage in eine konventionelle radiotherapeutische Einrichtung zu integrieren. Die Auswahl von Patienten, die in einem Protonentherapiezentrum behandelt werden könnten, sei jedoch nur effizient, wenn sie auf Basis einer engen Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Partnereinrichtungen vollzogen wird. Die Referenten haben an dieser Stelle an Partnereinrichtungen appelliert, klinische und therapeutische Informationen in einer gemeinsamen Datenbank zu veröffentlichen.

Perspektiven für die Protonentherapie am Oberrhein

Auf die Mittagspause, während der die Teilnehmer die Gelegenheit hatten, miteinander ins Gespräch zu kommen, und auch weitere Fragen mit den Referenten diskutieren konnten, folgte eine Podiumsdiskussion am Nachmittag, die den Vergleich der Gesundheitssysteme sowie die Rückerstattungsmodalitäten der Protonentherapie zum Thema hatte. Dabei hat sich gezeigt, dass es neue Technologien in den drei Ländern mitunter schwer haben, in die Leistungskataloge der Krankenkassen aufgenommen zu werden. Schlussendlich ist zu sagen, dass es im Rahmen der Konferenz gelungen ist, das Thema der Protonentherapie aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten. Konkrete Resultate aus dem Treffen gibt es bereits: In Erwägung gezogen wird es, eine Summer School zum Thema Radiotherapie für Studierende zu organisieren, der Austausch zwischen Ärzten findet bereits statt und retrospektive und prospektive Studien werden aktuell gemeinsam durchgeführt. Auf der Basis einer miteinander abgestimmten Gesundheitsversorgung im Bereich der Protonentherapie, ist es möglich, eine grenzüberschreitende Einheit zu schaffen, mit der der Einfluss von Europa noch weiter gestärkt wird.

Mit einem Klick auf die jeweiligen Programmpunkte gelangen Sie zu den Präsentationen der Veranstaltung.

8h30 Anmeldung und Begrüßungskaffee

9h00 Einführung

9h15 Protonentherapie: Herausforderungen und Chancen

Prof. Dr. Georges Noël, Centre Paul Strauss, Strasbourg: Wieso Protonen?

Prof. Dr. med. Anca-L. Grosu, Uniklinikum Freiburg: Protonentherapie: Die Wirkung der Behandlung

10h Erfahrungsaustausch über den Aufbau eines Protonentherapiezentrums
Moderation: Prof. Dr. Georges Noël, Centre Paul Strauss, Strasbourg und Prof. Dr. med. Anca-L. Grosu, Uniklinikum Freiburg

Prof. Dr. med. Stephanie Combs, TU München

10h40 Kaffeepause

11h00 Prof. Dr. Jean-Michel Hannoun-Levi, Centre de lutte contre le cancer Antoine Lacassagne, Nice

Prof. Dr. Jean Bourhis, Centre de lutte contre le cancer, Lausanne

12h30 Mittagspause

13h30 Rückerstattungsmodalitäten für die Protonentherapie: die Perspektive der Gesundheitsverwaltung in Deutschland, Frankreich und der Schweiz
Moderation: Anne Dussap, TRISAN

Philippe Beraud und Arlette Lang, Caisse primaire d’assurance maladie Bas-Rhin (CPAM Bas-Rhin)

Gregor Däubler, Verband der Ersatzkassen (VdEK)

Dr. med. Matthias Menig, Bundesamt für Gesundheit BAG

15h00 Zusammenfassung und Abschlussreflexion