Gesundheits-News

Am Oberrhein

11.06.2018 14:58 Alter: 39 days

TRISAN stellt sich in Brüssel vor


Das Regierungspräsidium Karlsruhe und das INTERREG-Projekt TRISAN haben am 13. Juni 2018 in die Vertretung des Landes Baden-Württemberg in Brüssel zur Veranstaltung „TRISAN - Gesundheit ohne Grenzen: Neue Wege für die Gesundheitsversorgung am Oberrhein“ eingeladen.

In die Abendveranstaltung eingeleitet hat Frau Nicolette Kressl, Regierungspräsidentin im Regierungspräsidium Karlsruhe, mit einer Begrüßungsrede. Dabei hat sie bekräftigt, dass die europäischen Strukturen dazu beitragen müssten, den Menschen das Leben vor Ort einfacher zu machen – das gelte auch für den Gesundheitsbereich.

Im Anschluss daran stellte Anne Dussap, Projektleiterin von TRISAN, das Projekt insbesondere im Hinblick auf die konkreten Maßnahmen, die in den ersten zwei Jahren der Projektlaufzeit realisiert wurden, vor. Sie unterstrich dabei, wie wichtig es ist, dass sich Gesundheitsfachkräfte auf beiden Seiten der Grenze kennenlernen. Diese Art von grenzüberschreitenden Netzwerkveranstaltungen hat TRISAN bereits in den Bereichen Pflegeausbildung, Protonentherapie sowie Rettungsdienste durchgeführt. Weitere Veranstaltungen in den Bereichen Physiotherapieausbildung, Prävention und Gesundheitsförderung sowie Pflege befinden sich derzeit in Planung. Auch bearbeitet TRISAN derzeit Studien, so auch die kürzlich veröffentlichte Studie zum Versorgungsangebot und den Kooperationspotentialen im PAMINA-Raum, sowie diverse Wissensproduktionen im Bereich der grenzüberschreitenden Gesundheitskooperation. Dazu zählen Themenhefte, u.a.  zur Notfallversorgung in Deutschland, Frankreich und der Schweiz und eine Toolbox.

Argumente für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich wurden in der nachfolgenden Podiumsdiskussion ausgetauscht. An dem von Dr. Peter Indra, Leiter des Bereichs Gesundheitsversorgung im Gesundheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt, moderierten Podium nahmen Vertreter aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz sowie auch der europäischen Ebene teil. Zu Beginn unterstrich Madame Adeline Jenner von der Agence régionale de santé Grand Est die Bedeutung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit für die Region Grand Est, zumal diese etwa 760 km Grenze mit ihren vier Nachbarn teilt. Als Vertreter der schweizerischen Seite brachte Herr Dr. Lukas Engelberger, Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt, ein, dass es sinnvoll sein könnte, bei der gemeinsamen Versorgungsplanung mit Nischen zu beginnen, um so eine hochwertige Versorgung zu einem vernünftigen Preis anbieten zu können. Dass ein weiterer wichtiger Kooperationsbedarf in dem Thema Alterung der Gesellschaft liegt, erläuterte zudem Frau Annika Nowak von der Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der EU-Kommission. Es sei in diesen Bereichen von großer Bedeutung, über die Grenze hinaus zu schauen.

Hinsichtlich der angestrebten Weiterführung des Projekts TRISAN äußerten die an dem Podium beteiligten Gäste, dass die Zusammenarbeit mit TRISAN vor allem die Möglichkeit eröffne, weitere konkrete Projekte vor Ort zu entwickeln. So erklärte beispielsweise Herr Ortwin Schulte, Referatsleiter Gesundheit in der Ständigen Vertretung der BRD bei der EU: „Wir sehen TRISAN als sehr gute Kooperationsstruktur, mithilfe derer mehr Leuchtturmprojekte entwickelt werden könnten.“ In diesem Sinne könne TRISAN als Inspiration für ganz Europa gelten, verdeutlichte Herr Martin Guillermo Ramirez, Generalsekretär Arbeitsgemeinschaft Europäischer Grenzregionen.

Fazit des Abends: TRISAN hat bereits viel geleistet und sollte als trinationales Kompetenzzentrum verstetigt werden, um die Gesundheitskooperation am Oberrhein weiter voran zu bringen – darin waren sich die geladenen Gäste einig. Der Abend hat insofern TRISAN ermöglicht, sich auch auf europäischer Bühne vorzustellen und die Erfahrungen der Gesundheitskooperation am Oberrhein auch für andere Grenzregionen nutzbar zu machen.